Gasthäuser und Kneipen

Die genaue Zahl der ausschenkenden Gastwirte war zu Beginn des 16. Jahrhunderts niemanden bekannt, bei ungefähr 60 000 Einwohnern schwankte sie wohl zwischen 150 und 200 Wirten. Die vielen Pilger, die Euth besuchten um den Stab zu sehen sorgten dafür, dass es eine größere Anzahl an Gasthäusern gab als die bloße Anzahl der Einwohner vermuten ließ.

Die wichtigsten Gasthäuser und Kneipen waren 1525 vermutlich die folgenden:

 

- Das Wirtshaus "Zum Riesenkopf" an der Südmauer gilt als vornehmstes Lokal und beste Unterkunft der Stadt. In das Mauerwerk eingelassen ist der Schädel eines Riesen, der den Südpass bewohnte, bis er 1306 getötet wurde. Viele Pilger besuchen dieses etwas überteuerte Gasthaus.

-Das „Veneravel“ liegt in der Allee der Götter, direkt an der Rampe zur Burg. Klein ist es und seine Tische sind fast immer mit Einheimischen besetzt. Hier treffen sich die Alt-Euther zum Mittag, denn das Veneravel hat einen begnadeten Koch. Übernachten kann man hier auch, drei kleine Gästezimmer gibt es. Sein Name bedeutet soviel wie „altehrwürdig“.

 

- Der „Feuerdrachen“ liegt mitten in Alt-Euth an der Hauptstrasse, der Boden ist selten gefegt und die Gläser nicht immer sauber. Aber wer den neuesten Klatsch hören will oder auf einen getätigten Verkauf mit einem günstigen Selbstgebrannten anstoßen möchte ist in dieser Kneipe gut aufgehoben.

 

- Der „Grüne Ritter“, am alten Wall ist ein großes Wirtshaus mit 20 Gästezimmern. Das Publikum ist feiner als im Feuerdrachen, was sich aber auch in den Preisen niederschlägt. Trotzdem treffen sich auch hier viele Euther, gerade die neuen Knappen haben sich den Grünen Ritter als ihren Treffpunkt erkoren. 1527/28 wird sie von Dueno betrieben.

 

- „Zum Euther Wappen“, jede Stadt besitzt solche Kneipen, deren Speisekarte es nicht wert ist so genannt zu werden, doch ihre Lage so nahe am Großen Wall lädt immer wieder Pilger ein hier unterzukommen.

 

-Der „Goldene Kelch“, eine Kneipe für diejenigen, die schon über den Durst getrunken haben, aber noch nicht nach Hause wollen - oder keine Unterkunft gefunden haben. Sie schließt nie und für ein paar Kupfer kann man in den Stallungen übernachten. Eine Spelunke, die häufig von der Wache kontrolliert wird. Sie liegt im alten Teil von Chruros.

 

-Das „Acordado“, wo sonst sollte die Wache ihre Stammkneipe haben wenn nicht hier? Sein Name soll übersetzt „wach“ bedeuten, doch lächeln die Euther darüber wie über einen guten Witz, wenn sie es erzählen. Es liegt etwas versteckt an der Ecke von Hauptstraße und Viehweg direkt am südlichen Marktende.

 

-Zwergenkneipe „Stein & Apfel“: niemand weiss, woher der Name stammt, doch ist es ohne Zweifel die beliebteste Zwergenkneipe, recht groß, halb in den Fels geschlagen, die Fenster erreichen gerade das Niveau der Strasse, ausgeschenkt wird alles, was man in Gläser füllen kann. Die Wände werden von diversen Steinmetzarbeiten bedeckt, die alle Zwergenmotive darstellen. Es entstehen immer neue Motive. Es gibt etliche Gästezimmer.

-Der „Steinerne Drache“: eines der Gasthäuser für die Adligen unter den Pilgern, denen ein frisch bezogenes Bett das Monatsgehalt eines Schmiedes wert ist, teuer, aber von atemberaubender Lage direkt an der Rampe zur Burg öffnet es seine Tore nicht jedem, der anklopft, so dass sich dort die Auserwählten unter sich fühlen können. Die Wirtin 1528 heisst Chabela.

-Das „Vitaro“: ein großes Gasthaus, vielleicht nach dem Riesenkopf das größte, mitten in Chruros gelegen kann man es fast als Geheimtipp bezeichnen, die Preise gehoben, aber der Luxus dementsprechend.

 

-„Zum Wilden Gesell“: direkt am Marktplatz gelegen, recht groß mit guter Küche und angemessenen Preisen.

 

-seit Juli 1528 existiert das Wirtshaus "Rum" in der Ruhmesgasse, die direkt an der Allee der Götter am südlichen Marktende mündet. Es ist ein älteres, noch aus Holz erbautes Gebäude und wurde von Leila Bahri in naitharischer Tradition eröffnet, geführt wird es von Mu Sitara, einer Cousine von Mu Kola. Es ist der Treffpunkt der Gruppe um Melville de Bonacieux.

 

-„Becher“: einer der einfachen Kneipen für die Handwerker und einfachen Leute in Chruros, die Speisekarte verspricht einen vollen Magen für wenig Geld.

 

- der "Fröhliche Barde" hat in grauen Vorzeiten sein e verloren und jemand hat sich die Mühe gemacht aus dem d ein t zu malen, so dass heute die Euther, wenn sie so richtig abstürzen wollen Zum "Bart" gehen. Keine Kneipe kommt dem Begriff Kaschemme näher.

 

In der Umgebung

Zur Bärentatze“, 3 Wegstunden östlich von Euth; von der Familie Ilkovan geführt, ihr Sohn Frent lebt seit Mai 1528 als Puxirm bei der Familie de Bonacieux in Alt-Euth.